Das SMCÜ Bundesligateam qualifiziert sich für das Finale der Sailing Champions League 2020

Vier Regattatage vor Tutzing am Starnberger See bei schwierigen Windbedingungen, drückender Hitze und starken Regenschauer verlangten den Seglern und der Regattaleitung einiges ab. Das Team vom SMCÜ segelte auf den achten Platz und qualifiziert sich damit für das Champions League Finale in Porto Cervo.

 

In Zeiten von Corona mussten auch die Veranstalter der Sailing Champions League umplanen: Eigentlich sollte es zum Halbfinale nach Sankt Petersburg gehend, dieses wurde aufgrund der Infektions-Lage und der Reisewarnung für Russland abgesagt. Stattdessen wurden die Meister der 19 europäischen Ligen direkt für das Finale in Porto Cervo gesetzt. Weitere 23 Vereine aus 10 Nationen bekamen die Chance sich im Halbfinale dafür zu qualifizieren. Unter anderem auch der SMCÜ, der eine erfahrene Crew um Michael Zittlau, Franziska Bäuerle, Alexander Gaiser und Aaron Scherr ins Rennen schickte.

 

Das Team startete am Donnerstag bei leichtem Wind am Starnberger See fulminant mit zwei Rennsiegen. Auf “segelreporter.com” skizzierte Steuermann Michael die Strategie: „Wir haben uns einen genauen Plan gemacht und sauber warm gesegelt. Unser Fokus liegt auf dem Bootsspeed – und beim Start gehen wir etwas mehr Risiko, um die Meter vors Feld zu machen“. Der SMCÜ lag damit in Führung.

Am Freitag gab es keine Rennen: Nach einem Flautentag bei Hitze ging es erst am Samstag wieder auf die Rennbahn. Der Durchzug einer Kaltfront sorgte auf dem Kurs für reichlich Turbulenzen. Den SMCÜ erwischte es dabei hart. “Im vierten Rennen konnten wir erst kurz vor dem Ankündigungssignal auf unser Boot, es fehlte die Zeit zum ordentlichen Bootscheck”, so Vorschiffsmann Aaron, “dies sollte sich als großes Pech erweisen, da Unmengen an Grünzeug am Kiel hingen”. Es kam auf der Startkreuz keine Anströmung zustande und während das Team noch irritiert und auf Fehlersuche war, war das Feld bereits um Längen enteilt und das Team wurde mit Abstand letzter. Ein bitteres Rennen nach dem guten Start in die Regatta. Und für das Team eine Lektion für die Zukunft. Die Übergabe- und Kontrollzeit muss aktiv eingefordert und im Zweifel die Repair-Flagge gezogen werden, bis das Boot einsatzbereit ist. In den weiteren Rennen segelte das Team wieder gut und es gelang sogar ein weiterer Rennsieg. Auf Platz sieben, mit geringem Abstand zur Spitze war bis hin zum Sieg damit noch alles möglich. Sonntag früh um 9 Uhr ging es in die letzten Rennen der Regatta. Die Crew fuhr konzentriert aber hatte insbesondere im letzten Rennen das Glück nicht auf seiner Seite. “3 Bootslängen vor dem Ziel auf Position zwei liegend standen wir minutenlang auf der Stelle”, so Gennaker-Trimmer Alex, der machtlos 4 Booten zuschauen musste, wie sie mit einer Böe am SMCÜ vorbei ins Ziel fuhren. 

Souverän gewonnen hat das Team vom Württembergischen Yacht Club (WYC). Mit dem 8. Platz sicherte sich das Team vom SMCÜ die Qualifikation für das Champions League Finale auf Sardi


Text von Dominik Waibel und Michael Zittlau 

Fotos von Lars Wehrmann / DBSL